Kann das Risiko einer Erdnussallergie gesenkt werden?

Erdnüsse

Ein Forscherteam aus Großbritannien und den USA fand im Jahr 2015 in einer Studie heraus, dass das Risiko eine Erdnussallergie zu bekommen, in früher Kindheit beeinflusst werden kann. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Erdnussallergien bei Kindern in den westlichen Ländern verdoppelt und auch in Afrika und Asien steigt die Anzahl der Betroffenen. Die Forscher gingen der Frage nach, ob es Strategien zur Prävention von Erdnussallergien gibt, denn eine bereits entwickelte Allergie bliebt meist lebenslang bestehen. Die Ergebnisse der Studie sind bislang einzigartig. Es scheint möglich, das Risiko zur Entwicklung einer Erdnussallergie in den ersten fünf Lebensjahren, um 70-86 % zu senken. Kleinkinder müssen dafür regelmäßig kleine Mengen Erdnüsse essen.

Studienteilnehmer waren 628 allergiegefährdete Kinder im Alter von vier bis elf Monaten. Bei ihnen lagen bereits z. B. Eiallergien oder Hautekzeme vor. Bei allen Kindern wurde mit einem Pricktest geprüft, ob die Haut bereits auf Erdnussallergene reagiert – 530 Kinder zeigten ein negatives Ergebnis, 98 ein positives. Danach wurden zwei Gruppen gebildet. Die Hälfte der Kinder sollte bis zum fünften Lebensjahr gar keine Erdnüsse essen, die andere Hälfte sollte bis zum 60. Lebensmonat pro Woche sechs Gramm Erdnüsse verzehren, verteilt auf zwei oder drei Mahlzeiten. Ergebnis: Von 530 Kindern litten 13,7 % mit fünf Jahren an einer Erdnussallergie. Sie waren in der Gruppe, die auf Erdnüsse verzichteten.Demgegenüber waren es nur 1,9 % aus der Gruppe, die regelmäßig kleine Erdnussmengen gegessen hatten. Der gleiche Trend zeigte sich auch bei den Kindern mit einem positiven Pricktest, bei denen schon vor Beginn der Studie die Haut empfindlich reagiert hatte. 35,3 % dieser Kinder, die Erdnüsse bis zum Studienende vermieden, entwickelten eine Erdnussallergie. Wohingegen nur 10,6 % der Kinder betroffen waren, die regelmäßig Erdnüsse gegessen hatten. Fazit: Die Ergebnisse dieser Studie machen Hoffnung, dass Kinder Toleranzen gegenüber Erdnussallergenen entwickeln können, wenn sie regelmäßig verzehrt werden. Möglicherweise ist eine strikte Vermeidung von Erdnüssen im Speiseplan sogar kontraproduktiv – sie könnte das Allergierisiko sogar noch steigern. Konkrete Ernährungsempfehlungen können aus diesen Ergebnissen allerdings noch nicht abgeleitet werden. Hier sind weitere Studien nötig, die Kinder mit sehr hohem Allergierisiko miteinschließen sowie die späteren Lebensjahre beleuchten.

Quelle:

Du Toit G et al.: Randomized Trial of Peanut Consumption in Infants at Risk for Peanut Allergy. N Engl J Med. 2015; 372(9):803-13

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