Mediterrane Kost zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen

Charakteristisch für die traditionell mediterrane Ernährungsform ist eine hohe Aufnahme von Olivenöl, Früchten, Nüssen, Gemüse und Vollkornprodukten; ein moderater Konsum von Fisch, hellem Fleisch und Rotwein zu den Mahlzeiten und ein geringer Verzehr von rotem Fleisch und Süßigkeiten. Beobachtungsstudien konnten bereits eine inverse Korrelation zwischen einer mediterranen Kost und dem Risiko für Herzkreislauferkrankungen aufzeigen.

Die Studie um Estruch et al. (2013) untersuchte den Zusammenhang zwischen einer mediterranen Ernährungsform und der Primärprävention kardiovaskulärer Entzündungen.  Es wurden Probanden randomisiert, die zu der Risikogruppe für Herzkreislauferkrankungen gehören, aber zu dem Zeitpunkt der Studie frei von Entzündungen waren. Die Studienpopulation umfasste insgesamt 7.447 Personen (im Alter von 55 bis 80 Jahren), davon waren 57 % Frauen. Die drei Studiengruppen unterschieden sich wie folgt: Die 1. Gruppe nahm eine mediterrane Ernährung mit extra-nativem Olivenöl zu sich, die 2. Gruppe ergänzte die mediterrane Kost mit gemischten Nüssen und die 3. Gruppe führte eine Kontroll-Diät durch (Verringerung des Nahrungsfettes).

Auf der Grundlage der Ergebnisse einer Zwischenauswertung wurde die Studie nach 4,8 Jahren gestoppt.  Ein primärer Endpunkt (z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt oder Tod durch Herz-Kreislauf-Ursachen) trat bei 288 Teilnehmern auf.  Die statistische Auswertung zeigt signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen: In Gruppe 1 (plus extra-natives Olivenöl) ist bei 96 Probanden ein primärer Endpunkt eingetreten, Gruppe 2 (plus Nussdiät) wies nur 83 kardiovaskuläre Ereignisse auf, wohingegen in der Kontrollgruppe bei 109 Probanden primäre Endpunkte eingetroffen sind. Während der gesamten Studienphase hatte keine Diät unverwünschte Auswirkungen auf die Probanden.

Schlussfolgernd zeigt die Langzeitstudie, dass sich unter Personen, die ein hohes kardiovaskuläres Risiko vorweisen, ergänzt durch eine mediterrane Kost mit extra-nativem Olivenöl oder Nüssen,  die Inzidenz von schweren kardiovaskulären Ereignissen betroffen zu sein, reduziert. Somit bestätigen die Ergebnisse die Hypothese, dass eine mediterrane Kost zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen geeignet ist.

Quelle:

Estruch R et al. (2013): Primary prevention of cardiovascular disease with a mediterranean diet. N Engl J Med, DOI:10.1056.